u nicht für ein gutes Zeichen zu nehmen, daß sie sich in diesem hülf-
los sehen solten. Ich kan Mhr. wohl sagen, daß die sünde
u boßheit dieses orts sehr hoch gestiegen, so sich nun nicht mittel finden,
wodurch die menschen zur erkentnis, Buß u beßerung gebracht
werden, achte ich, daß Gottes Gerechtigkeit, es so nicht würde können
passiren laßen. Ob sich hier fast alles in sehr verwirreten stande
befindet, Auch Gott dies land mit hunger u schwere Zeiten
schon angegriffen, so sind doch die meisten hier annoch so sicher,
daß es fast nichts geachtet wird, gleich ob geschehe es von ungefehr,
u heißts; wer stehet, der stehet. wer fält, der fält. Es mangelt
dabei nicht an Predigten. Die wollen aber wenig fruchten, so
wenig. alß ein guter sahme in einem steinichten u dornichten
akker. Wenn denn noch dazu der Sahme nur öfters bloße
menschen worte in todten buchstaben ohne Geist gesäet wird, was
solte man wohl alßdann für früchte hoffen? Ich kan Mhr.
dennoch auch sagen, daß alhie einige seind die alles wohl einsehen
u mit ihrem Gebeth vor Gott liegen, ihme anflehende, daß er Gnade
über recht walten laße. Da nun Gott das Gebeth der Elenden
niemahls verschmähet, mache ich mir hofnung, er wird auch
hülfe senden. In meinen gedanken u Sinn, were dhr. ein geschik-
tes werkzeug, der Gott zu vieler Selen erbauung alhier einen Dienst
thun könte, wie ich solches aus der alhie gethanen Predigt vermerket.
Darum, wie schon gedacht, hierauf viele gesonnen u bedacht gewesen,
wie man denselben alhie bestätigte. So laufen doch so manche hinde-
rungen in wege, daß man fast schließen solte, daß es des teufels spiel,
alß der vom ferne absehen kan, daß seinem Reich dadurch abbruch geschehn
würde, dahero man sich so viel mehr dagegen zu rüsten hat. Ich
habe unter andern auch angemerket, wie Gott in diesen lezten Zeiten
seine Gnade läßet Groß werden, u durch viele seiner frommen u
Getreuen Arbeiter ein schönes licht der Gottseligkeit anzündet, so daß
ich wünsche, dergleichen eines auch alhie brennen möchte. Wer weiß
so sich auch alhie ein Getreuer Arbeiter einfinde, ob Gott nicht zu seiner
arbeit Gnade u gedeien gebe über allen begrif. Mhhr. laße sich
dieses auch eine ursach sein zu resolviren u anhero zu kommen.
los sehen solten. Ich kan Mhr. wohl sagen, daß die sünde
u boßheit dieses orts sehr hoch gestiegen, so sich nun nicht mittel finden,
wodurch die menschen zur erkentnis, Buß u beßerung gebracht
werden, achte ich, daß Gottes Gerechtigkeit, es so nicht würde können
passiren laßen. Ob sich hier fast alles in sehr verwirreten stande
befindet, Auch Gott dies land mit hunger u schwere Zeiten
schon angegriffen, so sind doch die meisten hier annoch so sicher,
daß es fast nichts geachtet wird, gleich ob geschehe es von ungefehr,
u heißts; wer stehet, der stehet. wer fält, der fält. Es mangelt
dabei nicht an Predigten. Die wollen aber wenig fruchten, so
wenig. alß ein guter sahme in einem steinichten u dornichten
akker. Wenn denn noch dazu der Sahme nur öfters bloße
menschen worte in todten buchstaben ohne Geist gesäet wird, was
solte man wohl alßdann für früchte hoffen? Ich kan Mhr.
dennoch auch sagen, daß alhie einige seind die alles wohl einsehen
u mit ihrem Gebeth vor Gott liegen, ihme anflehende, daß er Gnade
über recht walten laße. Da nun Gott das Gebeth der Elenden
niemahls verschmähet, mache ich mir hofnung, er wird auch
hülfe senden. In meinen gedanken u Sinn, were dhr. ein geschik-
tes werkzeug, der Gott zu vieler Selen erbauung alhier einen Dienst
thun könte, wie ich solches aus der alhie gethanen Predigt vermerket.
Darum, wie schon gedacht, hierauf viele gesonnen u bedacht gewesen,
wie man denselben alhie bestätigte. So laufen doch so manche hinde-
rungen in wege, daß man fast schließen solte, daß es des teufels spiel,
alß der vom ferne absehen kan, daß seinem Reich dadurch abbruch geschehn
würde, dahero man sich so viel mehr dagegen zu rüsten hat. Ich
habe unter andern auch angemerket, wie Gott in diesen lezten Zeiten
seine Gnade läßet Groß werden, u durch viele seiner frommen u
Getreuen Arbeiter ein schönes licht der Gottseligkeit anzündet, so daß
ich wünsche, dergleichen eines auch alhie brennen möchte. Wer weiß
so sich auch alhie ein Getreuer Arbeiter einfinde, ob Gott nicht zu seiner
arbeit Gnade u gedeien gebe über allen begrif. Mhhr. laße sich
dieses auch eine ursach sein zu resolviren u anhero zu kommen.