könte ich bald gute nachricht von denen Herrn Prof. Medicis ihres orts, wie
fleißig u candide sie lesen, haben, würde deßen erzehlung sonder Zweifel
gute anreizung machen. Unter andern scheinet, alß wenn dies iemand
könne abschrekken nach Halla zu ziehen, weil ein Studiosus von Narva
hier erzehlet, daß da so gar theur anizzo zu leben sei, ohn was sonst der
teufel schon hier ausspargiret, nur das liebe Halla verdächtig zu machen.
Da auch neulich iemand mein Predigen sol gebilliget, aber bedauret
haben, daß er gehöret, ich hätte in Halla studiret. Sic hodie fit, ut
hinc Pietista, illinc Syncretista, isthinc Quietista, et nescio qualis facile audiaris.
Quod ad Casum et remoram Evangelii hujus loci, so haben wir 2. Luth. Kirchen .
An der alten sind 2. Prediger Herr Jungius Sen. u Herr Vagetius P. L. C. et Theol.
Liceat. wie er sich nennet (wiewohl dieses, so er absens tanquam praesens
in Wittenberg sol worden sein, auch von seinen Collegen in Zweifel gezogen
wird. An der Neuen Kirchen ist aber nur einer Herr Past Schrader vir acris,
ut videtur, judicii, valdeque fervidus. Mit diesem trug sich m. Apr. zu, daß,
da er etl. Gäste in seinem hause ziemlich mit speise u trank tractiret,
er mit seiner sonst allezeit störrischen Frau in solchen streit geriet, das
grausamer flüche u schläge herausfuhren u fielen, darüber den andern tag
dhr. Schrader große angst u marter in seinem gewißen empfand,
lief mit großer unruhe der Seelen zu denen Elterl. u KirchenVorstehern,
sagte den Dienst auf, vorgebend er könte nicht mehr mit guten Gewißen
an der Kirchen dienen, were darzu nicht würdig, sondern wünschte
nur von seiner Frauen auch bald geschieden zu werden. Darauf
wurde mir aufgetragen 2. tage hernach in Evangel. Dom. Miseric. Domini.
Joh. X. zu predigen, so auch durch Gottes Gnade abgelegt. Den tag aber
vorher redte ich mit ihn, ob mit seinem urlaub ich predigen solte u ob
sonst was darbei zu erinnern were p da er dabei blieb, Er wolte, so
bald er einen pass kriegte aus dem lande gehen, von seiner Frauen
(von welcher er 7. jahr, weil sie in der Ehe gelebt, nicht einen freundl. blik
gehabt) los sein. Denn er ihrentwegen der Gemeine nicht könte vor-
stehen juxta 1 Tim. 3,3. Es sei übel gnug, daß alle Priester hier ein
ärgernis weren. Er habe in 3. jahren nur 2mahl das Abendmahl
genoßen, wegen steter unruhe, so er von der Frauen hätte p So viel
dhr. gab, redte ich ihm zu, so auch andere gethan, das ihn bewegt, daß er
etl. tage darauf die ordentl. wochen Predigt hielt, u zum Text; 2 Cor. 12,7.8.9.