– – Was von deßen mutation u Reise höre, ist eine unverhofte Post, darauf ich
nicht gedenken können, da so gar kein licht davon in vorherigen briefen
gehabt. jacta est alea. Der Herr ist unter wegen, so geleite ihn Gottes Engel, u
laße ihn mit vielen segen zu der Gemeine kommen, der Er eine zeitlang,
so fern es Gott gefält, dienen wird. Denn meines bedünkens wird
ihn ein rechtmäßiger beruf wohl dermahlen wieder nach Moscoviam ziehen.
Der Herr findet in Narva 2. feine sitsame Männer Upperdorfii pietissimi
viri discipulos. Ich zweifele nicht der Herr wird friede unter den Collegen da-
selbst erhalten, da sonst der Kirchen es von vielen Jahren her als fatal gereicht,
daß ihre lehrer sich unter einander gebißen, u wenig gebauet.
It: von 30 Mart:
– – Ich habe leichtl. glauben können, daß es den Herrn in Narva etwa nicht nach
wunsch gehen dörfte, u glaube Herr vagetius wird ihn in Moscau (der damahls
hatte sehr krank gelegen) raum machen, des Herren nahmen zu predigen, u
die Schwachen zu stärken. Es gehe wie der Herr der Heilige wil. Indeßen were
wohl nicht übel, wenn der Herr in Riga, Zeit absein des G. Super. alß Vicarius or-
diniret u substituiret würde zupredigen, dazu bisher noch kein Vorschlag
daselbst sol gemacht sein, ohne daß ein Finne ein feiner Mann, der sich der
deutschen mundart zieml. brauchet, daselbst aufwartet. –
Von 2. Jun.
– – Herr M Upperdorf schreibet, es sei an den Herrn geschrieben, daß er nach Riga nach
kommen möchte zum Herrn Gen. Super. Das deßein wird wohl sein, dem Herrn das
Vicariat in absein des Herrn Gen. Sup. aufzutragen. Wo nicht diese Relation von
Narva darinn anders zu resolviren, necessitiret. Gott wende alles zum besten,
u zu seiner Ehre, u gebe dem herrn hierinn das beste zuerwehlen. Mich
dünket wenn mein schlechtes videtur treul. daher sezzen darf, Es sei diesmahl
tutius nach Riga, alß Rußland zugehen, weil die Zeitung so bald nach Moscau
alß Riga möchte laufen, u ist doch in Riga noch zuhoffen, daß man mehr bescheiden-
heit antreffen werde. Aber Uns. Heiland ist ein stein des anstoßens, nicht
zwar seine person allein in den tagen seines fleisches, da er sichtbarl. wan-
delte, sondern auch nun seine lehre, u in den Gläubigen sein leben, oder die
Nachfolge Christi, da findet ein ieder fleischl. gesinneter mangel dran. Mein
Gel. hat sich ja lange Zeit zu dergl. proben praepariret. Der Herr Herr
mache den seine stirn Ehern, u gebe muth u Verstand, wieder die-
jenigen die nicht mit Christo samlen, sondern zerstreuen, im Glauben zu
stehen u zu überwinden. –
Herr Prof. Dau