Amt stehen könne. Man wird gnug zuthun haben, daß man ihn persua-
diren könne auf seiner Post zu bleiben. –
den 7. Maj.
– – Herr Tabor kahm vergangenen Dienstag zu mir, u bath in Herr Geerben
u der samtl. bürgerschaft (in Narva) nahmen, daß ich von hiesigen Consist.
ein Attestatum schaffen möchte, daß selbiges auf Mhr. lehre nichts zu sorgen
hette. Nun sehe ich wohl, daß dieses nicht der rechte weg war, sich zu ver-
theidigen, zumahlen da Mhr. mir selbst noch nichts geschrieben hatte, in deßen
habe ich doch dem Herrn Thabor hofnung gemacht, die Sache alhie zu incaminiren.
Allein Mhr. Vorhaben ist sehr gut u nötig die Orthodoxie zu vertheidigen,
oder vielmehr ein Zeugnis vor seinem Heiland abzulegen, welches nicht
ohne nachdruk zugeschehen pfleget. Ich bin versichert, daß auch an Ihm
die Verheißung Christi Luc. XXI, 14.15. werde erfüllet werden. Doch
muß ich im Vertraun melden, daß Herr D. Salomon mit im spiel ist,
als deßen Consilia Herr M. Helwig ohne Zweifel folgen wird. Ich weiß
dieses aus einem discurs, den ich mit den Herr M Eberhard geführet habe.
Gott sei Dank, daß es einmahl anfänget lebendig zu werden. Ich
wünsche herzl. daß dieses h. Feur, welches der Heiland anzuzünden ge-
kommen ist, bald lichterloh brennen möge - Caeterum ἴσχυε
καὶ ἀνδριζοθ. Νικήσεις γὰρ ἐν τῷ ἐσταθρωμένω. Ἐν τούτω ἔρῤωσω.
Es hatten nun damahls (wie hieraus, was Herr P. Dau geschrieben, zu sehen)
ein oder der andere Gute Freund, mir unwißend nach Dörpt
(auch wie ich hernach gehört, nach Riga) geschrieben u meinetwegen
ein Zeugnis einholen laßen, welches denn Herr Moberg folgender
gestalt gegeben, welches ich auch dem Superint. (oder so mir recht, deme
Consistorio selbst) vorgezeiget, so aber in keine Consideration kommen.
Er zeugete aber mit eigener hand u siegel also:
Literis et moribus conspicuus S. Theol. Studiosus Justus Samuel Scharschmid,
Anno Orbis redemti 1695 Civis hujus Regiae Academiae, Rectore Magnifico
Michaële Dau, factus, à me utpote V. Consistorii Ecclesiastici Decano, eodem
anno Licentiam quandoque concionandi, in Ecclesia hujus urbis Teutonica,
petiit. Quod ejus desiderium pium, et institutum laude dignum praevio brevi