mit Herrn Vinhagen mündl. sprechen, u denn mit Uns, wo er so fort nicht über-
kommen wil, von Novgrod ferner correspondiere. –
kommen wil, von Novgrod ferner correspondiere. –
Hierauf habe einem ieden geantwortet u zwar schrieb ich den 22 7brAn Herrn Rathsverw. Wolff also:
Die vielfältige Gutthätigkeit u gewogenheit, so Mhhr. mir zeithero erzeiget
u noch zu mir trägt, erkenne mit beständig dankbaren gemüth, werde auch
deßen andenken bei Gott nie laßen aus meinem Herzen fallen. Uber die
wunderbarl. Verenderung Herrn M Herbers u standhafte Resolution habe mich fast
entsezzet, doch nicht ohne preis des H. Nahmens Gottes, der der menschen Herzen
in seinen händen hat u lenken kan wie wachs. Anlangend die 2 puncte,
deren Mhhr. gedacht, so habe ich niemahls mich gewegert, dagegen mich an-
ders auszulaßen, sondern bekenne frei, daß ich (1) wegen des Böhmens
Schriften nach wie vor mein judicium suspendire (2) bin ich allerdinges bereit
u gefließen, Meine lehr nach denen 3. haupt Symbolis u der Ungeänderten
A. C. vorzutragen, scheue mich auch nicht den in der Kirchen Ordnung enthalte-
nen Eid abzulegen, u gedachte Symb. u A. C. also anzunehmen, wie sie im
Königreich Schweden recipiret u angenommen werden. Bleibe also noch gleich
gesinnet, wie ich mich vor meiner abreise gegen Mhhr. erklähret habe. Finde al-
so nicht, worinn ich meine vorige meinung zu endern hätte. Denn bei dem
übrigen, so ich bei dem Consist. ausgesagt, bleibe ich auch beständig, u finde nicht
ursach im geringsten von meiner meinung, so ich frei u getrost bekant,
abzutreten oder ein haar breit davon zu weichen. Und sol mir auch in diesem
stük von meinen läßterern keiner vorwerfen können, daß ich einer leicht-
fertigkeit gebrauchet, oder fleischl. anschläge gehabt, u sei bei mir ja u nein ge-
wesen, u daß man mit seiner meinung hinter dem berge gehalten, u
nicht frei wolte heraussagen, was man in den Herzen hätte. Wehe denen,
sagt Esaj. die böses gut, u gutes böse heißen. Die aus finsternis licht, u aus licht
finsternis machen, die aus saur süß, u aus süß saur machen. Und wehe
also auch denen, die menschen zugefallen anders reden, alß sie in der warheit
erkennen. Ein iegl. sei seiner meinung gewis. Den, der das τὸ
Quia gebrauchet, laße ich, weil es eine nebenfrage ist, ungerichtet. Weiß
aber hingegen, daß ein solcher nicht befugt ist, mich, der es mit dem τῷ
Quatenus hält, zu richten, oder vor verdächtig zuerklähren. Beide können
u noch zu mir trägt, erkenne mit beständig dankbaren gemüth, werde auch
deßen andenken bei Gott nie laßen aus meinem Herzen fallen. Uber die
wunderbarl. Verenderung Herrn M Herbers u standhafte Resolution habe mich fast
entsezzet, doch nicht ohne preis des H. Nahmens Gottes, der der menschen Herzen
in seinen händen hat u lenken kan wie wachs. Anlangend die 2 puncte,
deren Mhhr. gedacht, so habe ich niemahls mich gewegert, dagegen mich an-
ders auszulaßen, sondern bekenne frei, daß ich (1) wegen des Böhmens
Schriften nach wie vor mein judicium suspendire (2) bin ich allerdinges bereit
u gefließen, Meine lehr nach denen 3. haupt Symbolis u der Ungeänderten
A. C. vorzutragen, scheue mich auch nicht den in der Kirchen Ordnung enthalte-
nen Eid abzulegen, u gedachte Symb. u A. C. also anzunehmen, wie sie im
Königreich Schweden recipiret u angenommen werden. Bleibe also noch gleich
gesinnet, wie ich mich vor meiner abreise gegen Mhhr. erklähret habe. Finde al-
so nicht, worinn ich meine vorige meinung zu endern hätte. Denn bei dem
übrigen, so ich bei dem Consist. ausgesagt, bleibe ich auch beständig, u finde nicht
ursach im geringsten von meiner meinung, so ich frei u getrost bekant,
abzutreten oder ein haar breit davon zu weichen. Und sol mir auch in diesem
stük von meinen läßterern keiner vorwerfen können, daß ich einer leicht-
fertigkeit gebrauchet, oder fleischl. anschläge gehabt, u sei bei mir ja u nein ge-
wesen, u daß man mit seiner meinung hinter dem berge gehalten, u
nicht frei wolte heraussagen, was man in den Herzen hätte. Wehe denen,
sagt Esaj. die böses gut, u gutes böse heißen. Die aus finsternis licht, u aus licht
finsternis machen, die aus saur süß, u aus süß saur machen. Und wehe
also auch denen, die menschen zugefallen anders reden, alß sie in der warheit
erkennen. Ein iegl. sei seiner meinung gewis. Den, der das τὸ
Quia gebrauchet, laße ich, weil es eine nebenfrage ist, ungerichtet. Weiß
aber hingegen, daß ein solcher nicht befugt ist, mich, der es mit dem τῷ
Quatenus hält, zu richten, oder vor verdächtig zuerklähren. Beide können