Herr Fridr. Bardey, so einer in Rath daselbst, schrieb also:
Wenn Mhr. were etwas näher bei unsern ort gewesen, so hette er Unser
Diaconus werden können. Denn M. Eberhard Professor worden u abge-
danket hat. Dhr. war von Uns Großgüldischen bürgern auf der wahl ge-
führet, u E. E. Rath lies sich das auch wohl gefallen, u waren mit unsern
stimmen übereins. Wenn dhr. in Narva noch were gewesen so hetten sie
gleich nach ihn gesant. Dieweil aber die nachricht einlief, daß dhr. nach
Moscau sich wiederum gewendet, also ist Pastor Grotian darzu erwehlet
worden. – Es ist mir leid, daß dhr. so weit von Uns gewesen. Ich hätte
ihn gern zu Uns. Pastor gewünschet, u were er von vielen gern gesehen
worden.
Diaconus werden können. Denn M. Eberhard Professor worden u abge-
danket hat. Dhr. war von Uns Großgüldischen bürgern auf der wahl ge-
führet, u E. E. Rath lies sich das auch wohl gefallen, u waren mit unsern
stimmen übereins. Wenn dhr. in Narva noch were gewesen so hetten sie
gleich nach ihn gesant. Dieweil aber die nachricht einlief, daß dhr. nach
Moscau sich wiederum gewendet, also ist Pastor Grotian darzu erwehlet
worden. – Es ist mir leid, daß dhr. so weit von Uns gewesen. Ich hätte
ihn gern zu Uns. Pastor gewünschet, u were er von vielen gern gesehen
worden.
Wie nun in Liefland alles zerrunnen, u hier hingegen alles ganz
aus gemacht gehalten wurde, daß ich an Kirch u schulen dinen solte,
so stand bald in dieser, der alten, bald in jener, der Neuen Kirchen
hieselbst einer auf, der viel Volks ihm nach abfällig machte.
Herr Schrader Pastor an der Neuen Kirche, der den sommer drauf also ümkom-
men, daß er an einer hizzigen Krankheit gestorben, hatte sich nicht
nur gewegert, mich alß seinen Collegen anzunehmen, sondern stichel-
te in seinen Predigten so, daß mans wohl hören konte es sei auf mich
gezielet, wie auch auf den alten Herrn D Blumentrost, bei dem ich im hause,
der sich auch fast ein gewißen machte mehr in die Kirche zu gehen.
Den 15. Jan. 99. predigte er über 1. Joh. IV,1. daß wer ein Prediger sein u
abgeben wolte, allerdings die Geister u anderer Schriften müße prü-
fen können (u also auch Jac Böhmen, über welchen ich mein judicium in Narva
suspendiret, so den hiesigen so genanten Geistlichen nicht mit) u nicht
sein judicium suspendiren u stille schweigen alß ein heuchler, denn sonst
verriethe er seine unwißenheit etc den 19 Mart. über die worte des Evangel.
Joh. VI schaffet daß sich das vok legen etc redte er wieder die schwärmer
die alle stände wollen gleich haben, die auch aus närrischer einbildung
ein größeres wolten auf sich nehmen, alß sie thun könten, trachteten
nach hohen Dingen, so ihnen nicht befohlen, wollen sich nicht lagern
noch folgen, aber Gott wird ihnen ein gebiß ins maul legen etc
Den 2. Apr. nennte er die Schwermer, die vorgeben das wort Persona
in Myst. Trin. stünde nicht in der Schrift. contra Hebr. 2. Fer. II. Pasch.
die Emanatici hätten größere sünde begangen alß Petrus, denndieser