Darauf hatte ich den 25. Apr. also geantwortet:
– Ex Tuis literis das gefolge der Studios. aus Finland mit verwunderung gesehen,
da ich sonst nicht anders gehört noch gedacht, alß sei solches sterile solum ratione
Studiorum , u nun kömt auf einmahl solch eine starke ausbeute. Es ist wohl
leider! zubefürchten, daß solche neue Ankömlinge auf ihrem schilde werden
führen; Veteres migrate Coloni. Wenn die Deutschen an fremden orten sich
erst selbst unter einander beißen, so ist es wohl nicht wunder, wenn ihre
Kinder denn darauf solches büßen müßen. Denn heißts. wie der Proph.
sagt; Die Väter haben herlinge geßen, u den Kindern sind die Zähne davon
stumpf worden. Wie es die, so Uns. Volks sind, hieselbst mit mir treiben,
ex incl. vid: Die Dreuungen, so über dem mir noch gemacht werden,
scheue mich weiter zureferiren, sondern wil vielmehr schweigen u meinen
mund nicht aufthun, Gott wirds wohl machen. Durch kämpfen u streiten
kömmt man zu dem Siege, u dann hält man den Triumph. Denn keiner wird
gekröhnet, er kämpfe denn recht. Es muß also geschehen. Helfet durch
Euer Gebeth, daß ich mich in Geduld zum verordneten Kampf bereite. Herr Gül-
lenschmid bitte zugrüßen u zu encoragiren, von dem propos nicht abzuste-
hen, selbst einen St. aus Halla zu verschreiben. Es wird gewis ihm alß einem
landsman aus Eisleben vorneml. ein geschikt subjectum nicht versagt wer-
den. Treiben sie von der einen seiten Finnische Praedicanten zu Euch, so
wirds wohl nicht übel gethan sein, wenn von der andern seite nur unan-
sehnl. Studiosi, die aber Gott dienen u treu sind, hereingelokket werden, wie-
wohl denn solche beide parteien sich wohl schwerlich in einem brei schikken
werden. Sed quicquid sit. Gott weiß aus allem Gutes herauszubringen. V.
Ehe noch alle anschläge In Narva u Riga, so sie meinetwegen gefaßt,
waren zuwaßer gangen, so hatten sie auch in Dörpat auf mich
gedacht. Wie denn Herr Prof. Dau den 13 Maj. //99// also schrieb:
Sonsten kan nicht ungemeldet laßen, daß nachdem Herr M. Eberhard die Pro-
fess. Ling. Orient. emportiret, die hiesige bürgerschaft für allen andern
auf Mhr. reflectiret habe. Man sagt auch, daß bürgemeister Rummin
an Sie solte geschrieben haben. Allein wofern dem so ist, daß Gott
Mhr. schon in Moscau zu einem Dienst befördert, so möchte ihre hof-
nung wohl vorgeblich sein. Der barmherzige Vater sende überal treue
lehrer in s. erndte, u mache des großen jammers einmahl ein ende.
da ich sonst nicht anders gehört noch gedacht, alß sei solches sterile solum ratione
Studiorum , u nun kömt auf einmahl solch eine starke ausbeute. Es ist wohl
leider! zubefürchten, daß solche neue Ankömlinge auf ihrem schilde werden
führen; Veteres migrate Coloni. Wenn die Deutschen an fremden orten sich
erst selbst unter einander beißen, so ist es wohl nicht wunder, wenn ihre
Kinder denn darauf solches büßen müßen. Denn heißts. wie der Proph.
sagt; Die Väter haben herlinge geßen, u den Kindern sind die Zähne davon
stumpf worden. Wie es die, so Uns. Volks sind, hieselbst mit mir treiben,
ex incl. vid: Die Dreuungen, so über dem mir noch gemacht werden,
scheue mich weiter zureferiren, sondern wil vielmehr schweigen u meinen
mund nicht aufthun, Gott wirds wohl machen. Durch kämpfen u streiten
kömmt man zu dem Siege, u dann hält man den Triumph. Denn keiner wird
gekröhnet, er kämpfe denn recht. Es muß also geschehen. Helfet durch
Euer Gebeth, daß ich mich in Geduld zum verordneten Kampf bereite. Herr Gül-
lenschmid bitte zugrüßen u zu encoragiren, von dem propos nicht abzuste-
hen, selbst einen St. aus Halla zu verschreiben. Es wird gewis ihm alß einem
landsman aus Eisleben vorneml. ein geschikt subjectum nicht versagt wer-
den. Treiben sie von der einen seiten Finnische Praedicanten zu Euch, so
wirds wohl nicht übel gethan sein, wenn von der andern seite nur unan-
sehnl. Studiosi, die aber Gott dienen u treu sind, hereingelokket werden, wie-
wohl denn solche beide parteien sich wohl schwerlich in einem brei schikken
werden. Sed quicquid sit. Gott weiß aus allem Gutes herauszubringen. V.
Ehe noch alle anschläge In Narva u Riga, so sie meinetwegen gefaßt,
waren zuwaßer gangen, so hatten sie auch in Dörpat auf mich
gedacht. Wie denn Herr Prof. Dau den 13 Maj. //99// also schrieb:
Sonsten kan nicht ungemeldet laßen, daß nachdem Herr M. Eberhard die Pro-
fess. Ling. Orient. emportiret, die hiesige bürgerschaft für allen andern
auf Mhr. reflectiret habe. Man sagt auch, daß bürgemeister Rummin
an Sie solte geschrieben haben. Allein wofern dem so ist, daß Gott
Mhr. schon in Moscau zu einem Dienst befördert, so möchte ihre hof-
nung wohl vorgeblich sein. Der barmherzige Vater sende überal treue
lehrer in s. erndte, u mache des großen jammers einmahl ein ende.