Ich hatte vorher versprochen hinzukommen, wo es sonst Gott nicht hindern solte. Es blieb
aber in meinem Herzen, gleich damahls alß ich nach Narva ging, alß von Gott
ausgemacht, Moscau würde mich doch zu eigen behalten, worinn ich noch mehr
gestärket wurde, alß ich hörte, wie diejenigen alhier, so mich alß Cooperarium anneh-
men solten, auf allerlei weise mit plausibeln worten gerathen hatten den gethanen
Vorschlag nach Riga nicht auszuschlagen, u war ihr rath zureisen bei mir vielmehr
ein antrieb zubleiben. Dazu kahm, daß, da ich sonst die ganze Zeither nur den kleinen
Blumentr. hatte unter meiner Information gehabt, zwei Rußen u 2 Deutschen ein ieder
seinen Sohn mir untergaben, darzu vor wenig tagen der 5te, auch ein deutscher
Knabe, gekommen. Alß ich nun die Information antrat, u mein Vorhaben dennoch
zureisen, zuverstehen gab, hielt Herr D Blumentr. von neuen bei mir an zubleiben, auf
die Ehre Gottes u Gemeine erbauung zusehen, da sie fest beschloßen mich alß Past. Castr.
u Colleg. Scholae anzunehmen, sagte auch von einem gewißen Salario. Darauf blieb
ich ibidem, ubi eram pridem, welches auch Herr D Fischer, unerachtet er auf mich gewar-
tet, nicht hat abrathen wollen. Da ich nun hier meiner Information abwarten
u das übrige dem Herrn anheimstelle, läßet der Herr, da michs am wenigsten ver-
sehe, einen heftigen sturm u wetter, starker alß in Narva, über micheinhergehen.
Ich hatte 3. F. Pasch. von Herr Jung. zum erstenmahl meines izzigen hierseins ge-
prediget u aus dem Evangel. vorgestellt; die Eröfnung Uns. Verständnis durch die
Auferstehung J. C. von den todten, u gezeiget, wie der mensch, wenn bei ihm Christus durch
seine Auferstehung alß die helle morgenröthe noch nicht herfürgebrochen, furcht
u wunderl. meinungen von Christo hätte, der ihm in manchem spruch u warheit
alß ein Geist oder Gespenst vorkähme p It. wie der Wahnglaube, oder der so nur noch
in meinungen stehet, allerlei falsche einbildungen von Gott u deßen wort, auch
seinem Nechsten u von sich selbst p mache, darauf Argwohn, Neid, haß p entstünden.
Dahero der, so nur noch in meinungen stehet, gar leicht einen andern, der durch
den Glauben bevestiget ist, ungleich ansiehet, u was dieser in Gewißheit des Glaubens
thut, redet oder schreibet, jener ohn bedenken beurtheilet, verhönet, verläßtert
u verleumdet. It. das Mittel darwieder sei inter alia die Einkehr ins herz v. 38. §.
warum kommen - herzen. Nach gehaltener Predigt speisete ich bei Herr Jungio, der mir
nicht ein wort sagte, daß etwas anzügl. von mir sei vorgebracht, sondern dank-
te mir vielmehr dafür, u wünschte ferner Gottes Gnade an. Den folgenden
Sontag aber trit Herr Vagetius auf, klaget u berufet sich auf die Zuhörer, die es wohl
gehöret wie ich ihn hätte 3 Fer. Pasch. schändlich beschrieben u herunter gemacht, daß
aber in meinem Herzen, gleich damahls alß ich nach Narva ging, alß von Gott
ausgemacht, Moscau würde mich doch zu eigen behalten, worinn ich noch mehr
gestärket wurde, alß ich hörte, wie diejenigen alhier, so mich alß Cooperarium anneh-
men solten, auf allerlei weise mit plausibeln worten gerathen hatten den gethanen
Vorschlag nach Riga nicht auszuschlagen, u war ihr rath zureisen bei mir vielmehr
ein antrieb zubleiben. Dazu kahm, daß, da ich sonst die ganze Zeither nur den kleinen
Blumentr. hatte unter meiner Information gehabt, zwei Rußen u 2 Deutschen ein ieder
seinen Sohn mir untergaben, darzu vor wenig tagen der 5te, auch ein deutscher
Knabe, gekommen. Alß ich nun die Information antrat, u mein Vorhaben dennoch
zureisen, zuverstehen gab, hielt Herr D Blumentr. von neuen bei mir an zubleiben, auf
die Ehre Gottes u Gemeine erbauung zusehen, da sie fest beschloßen mich alß Past. Castr.
u Colleg. Scholae anzunehmen, sagte auch von einem gewißen Salario. Darauf blieb
ich ibidem, ubi eram pridem, welches auch Herr D Fischer, unerachtet er auf mich gewar-
tet, nicht hat abrathen wollen. Da ich nun hier meiner Information abwarten
u das übrige dem Herrn anheimstelle, läßet der Herr, da michs am wenigsten ver-
sehe, einen heftigen sturm u wetter, starker alß in Narva, über mich
Ich hatte 3. F. Pasch. von Herr Jung. zum erstenmahl meines izzigen hierseins ge-
prediget u aus dem Evangel. vorgestellt; die Eröfnung Uns. Verständnis durch die
Auferstehung J. C. von den todten, u gezeiget, wie der mensch, wenn bei ihm Christus durch
seine Auferstehung alß die helle morgenröthe noch nicht herfürgebrochen, furcht
u wunderl. meinungen von Christo hätte, der ihm in manchem spruch u warheit
alß ein Geist oder Gespenst vorkähme p It. wie der Wahnglaube, oder der so nur noch
in meinungen stehet, allerlei falsche einbildungen von Gott u deßen wort, auch
seinem Nechsten u von sich selbst p mache, darauf Argwohn, Neid, haß p entstünden.
Dahero der, so nur noch in meinungen stehet, gar leicht einen andern, der durch
den Glauben bevestiget ist, ungleich ansiehet, u was dieser in Gewißheit des Glaubens
thut, redet oder schreibet, jener ohn bedenken beurtheilet, verhönet, verläßtert
u verleumdet. It. das Mittel darwieder sei inter alia die Einkehr ins herz v. 38. §.
warum kommen - herzen. Nach gehaltener Predigt speisete ich bei Herr Jungio, der mir
nicht ein wort sagte, daß etwas anzügl. von mir sei vorgebracht, sondern dank-
te mir vielmehr dafür, u wünschte ferner Gottes Gnade an. Den folgenden
Sontag aber trit Herr Vagetius auf, klaget u berufet sich auf die Zuhörer, die es wohl
gehöret wie ich ihn hätte 3 Fer. Pasch. schändlich beschrieben u herunter gemacht, daß