die an dem werk des Herrn mit arbeiten. Faveat opere, u der Segen
des Herren ist offenbarlich darbei. Herr Töllner den Pfarrer zu Panitsch
haben sie abgesezt, weil er seine Gottlosen u unbußfertige bauren
nicht absolviren wil. Den hab ich aufgenommen mit weib u kindern,
u hoffe ich er sol hier im segen mit mir arbeiten, so lange mir ihn
der Herr läßet. Von Michaelis bis Weihnachten 1696 haben wir in
Glaucha eine Visitation gehabt, so aus dem Consistorio verordnet war, in
welcher uns Gott viel sieg u segen verliehen, bei deren Schluß alt u
jung in der Kirchen examiniret wurden, u bezeuget Herr D Olearius mei-
ne treue u unschuld mit nachdrükl. worten der ganzen Gemeine für
dem Altar, welches die Verleumdungen sehr niedergeschlagen.
Wir haben auch da eine neue SchulOrdnung gemachet pro Schola
publica Glauchensi, die im Consistorio confirmiret wird. Ist ihm damit
gedienet, so kan er künftig dieselbe auch bekommen, wie auch die ganze
einrichtung der Armen Schulen u des Waisenhauses. Vieleicht kan
ers dort zu Gottes Ehren u vieler menschen nuzzen anwenden.
Ich wolte gern dem lande Moscau viel nuzzen schaffen, wenn mir
Gott solche große Gnade thun wolte. Jezt muß ich nur noch für Sie
beten. – – Gott laße sein licht u Gnade über solch ganzes land
aufgehen, daß seine Herligkeit bei ihnen groß werde. Ich bin auch
vor Ostern zu Wittenberg gewesen u habe etl. stunden conferiret mit Herrn D.
Neuman – _ _ – Von Wittbg. reisete ich auf Berlin, da ich sonderl.
Herrn Schadens Amt mit sehr großen Segen gekröhnet gefunden, unerachtet
er eben damahls von der Welt am meisten verworfen ward, u
die meisten riefen: Hinweg mit diesem. Er hat wegen des beicht-
stuhls sehr großen Kampf in seiner Seelen ausgestanden, der auch endlich
ausgebrochen, u wird nun die sache dorten in einer Churfl. Commission
untersuchet werden. – – Ihn hat Gott, mein lieber bruder,
in die extremität der mitternächtigen länder hingeworfen. C[hrist]us
te nunquam poeniteat, mi frater. Er sei nur stark, getrost, frisch,
mänlich, freudig, feurig beständig u unbewegl. im Glauben,
demütig u sanftmütig gegen alle menschen, u suche des landes
besten, in welchen er ist, von ganzen Herzen, u sei geduldig in allem
was ihm begegnet, u bitte Gott, daß er ihm ie mehr u mehr weißheit