sondern zerstreuen, im glauben zustehen, zu überwinden.
Id. den 1. Apr. 99.
– ich höre daß er abgehalten wird nach Riga zu kommen. Ich glaube auch wohl,
daß dhr. Super. allerdinges dem Herr dazubleiben rathen wird, wie denn auch
rebus sic stantibus, nachdem man bereits einige jahr in hofnung gearbeitet,
wo man anders nicht vergeblich ümsonst wolte gearbeitet haben, nicht
leichtl. von dem scopo Mein l. abgehen wird, den er einmahl mit einer hei-
ligen entschließung ihm fürgesezt, u das Gebeth der Glaubigen geheiliget
hat. Ich fürchte aber, wenn es zur Ordination gehen sol, wird der Herr
abermahl einen schweren Kampf mit denen gehäßigen angehen müßen,
alß die nun gute weile wieder ihn gesamlet u den Kropf vol haben
werden. Der h. Gott gebe aber, der über sein Zion wachet, wird alles schlichten
u richten, der wird auch ihn nicht ewig in unruhe laßen. Dhr. weiß,
daß es allezeit so gangen ist, seit dem menschen auf erden gewesen,
daß der ruhm der gottlosen nicht lange stehe, u die freude des heuchlers ei-
nen augenblik währe. Wenn dhr. denn ins heiligthum gehet, wird er
finden daß der Herr spricht u geschicht. u was in seinen heil. rathschlüßen
versiegelt ist, muß zu seiner Zeit ausbrechen. So harre er dem nach der Güte
des Herren. Ich schrieb ihm nach Narva unter andern: Er würde bald wieder
nach Moscau berufen werden, aber daß er nun wieder nach Riga oder ander-
weit gehen solte weiß ich nicht. Gott wolle ihn den Geist, den dhr. in einfalt vertrit
gefallen laßen, der gebe uns die Gnade daß wir weniger calculiren u divi-
diren mögen, u mit einfältigen augen auf seine hand, augen u herz sehen
mögen. Wir wollen traun nicht ablaßen vor ihm zubeten, u mit ihm noch Gott
danken, der seines angesichts hülfe u sein Gott sein wird Amen! – –
Nun sind zu 20 Studiosi aus Finland arriviret u werden mit offenen
waßer 2. Schuten (schiffen) von dergl. kostbahren ladung folgen, u sol es
also an subjectis Diaconalibus nicht ermangeln. Uns. arme deutsche jugend
wird aber dabei unter kommen. Man fanget sonst im lande an Kirchen zubau-
en, u ist anstalt gemacht, daß zu Neuh. auch eine steinerne Kirche aufge-
führet werden sol, dazu mit nächsten jahr der anfang sol gemacht werden.
Wenn nun die Academi nach Pernau gekommen, werden wir alle jahr dahin
müßen zum Synodo. Sind 40 meilen, das wird manchen sehr schwer ankommen,
wir werden aber – – – projectiren, mitten im lande den Synodum zu Wenden
oder Wolmar anzuschlagen. – – Herr Güllenschmid wil gern einen guten menschen
von Halla haben. – –
daß dhr. Super. allerdinges dem Herr dazubleiben rathen wird, wie denn auch
rebus sic stantibus, nachdem man bereits einige jahr in hofnung gearbeitet,
wo man anders nicht vergeblich ümsonst wolte gearbeitet haben, nicht
leichtl. von dem scopo Mein l. abgehen wird, den er einmahl mit einer hei-
ligen entschließung ihm fürgesezt, u das Gebeth der Glaubigen geheiliget
hat. Ich fürchte aber, wenn es zur Ordination gehen sol, wird der Herr
abermahl einen schweren Kampf mit denen gehäßigen angehen müßen,
alß die nun gute weile wieder ihn gesamlet u den Kropf vol haben
werden. Der h. Gott gebe aber, der über sein Zion wachet, wird alles schlichten
u richten, der wird auch ihn nicht ewig in unruhe laßen. Dhr. weiß,
daß es allezeit so gangen ist, seit dem menschen auf erden gewesen,
daß der ruhm der gottlosen nicht lange stehe, u die freude des heuchlers ei-
nen augenblik währe. Wenn dhr. denn ins heiligthum gehet, wird er
finden daß der Herr spricht u geschicht. u was in seinen heil. rathschlüßen
versiegelt ist, muß zu seiner Zeit ausbrechen. So harre er dem nach der Güte
des Herren. Ich schrieb ihm nach Narva unter andern: Er würde bald wieder
nach Moscau berufen werden, aber daß er nun wieder nach Riga oder ander-
weit gehen solte weiß ich nicht. Gott wolle ihn den Geist, den dhr. in einfalt vertrit
gefallen laßen, der gebe uns die Gnade daß wir weniger calculiren u divi-
diren mögen, u mit einfältigen augen auf seine hand, augen u herz sehen
mögen. Wir wollen traun nicht ablaßen vor ihm zubeten, u mit ihm noch Gott
danken, der seines angesichts hülfe u sein Gott sein wird Amen! – –
Nun sind zu 20 Studiosi aus Finland arriviret u werden mit offenen
waßer 2. Schuten (schiffen) von dergl. kostbahren ladung folgen, u sol es
also an subjectis Diaconalibus nicht ermangeln. Uns. arme deutsche jugend
wird aber dabei unter kommen. Man fanget sonst im lande an Kirchen zubau-
en, u ist anstalt gemacht, daß zu Neuh. auch eine steinerne Kirche aufge-
führet werden sol, dazu mit nächsten jahr der anfang sol gemacht werden.
Wenn nun die Academi nach Pernau gekommen, werden wir alle jahr dahin
müßen zum Synodo. Sind 40 meilen, das wird manchen sehr schwer ankommen,
wir werden aber – – – projectiren, mitten im lande den Synodum zu Wenden
oder Wolmar anzuschlagen. – – Herr Güllenschmid wil gern einen guten menschen
von Halla haben. – –